Sprechen mit Ziellenbach

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Urlaub im Kopf machen oder: Vom Sinn des Schweigens.

Da sind wir nun alle wieder?- zurück aus dem Urlaub in einem merkwürdigen Jahr, in dem so vieles anders ist. Ich hoffe, Du hattest schöne und erholsame Sommerwochen! 
Michael und ich haben 10 Tage zuhause in Köln Urlaub gemacht. 
Ich gehöre mittlerweile zu den Menschen, die im Sommer- Urlaub gerne wenig reden. Um nicht zu sagen, ich schweige am liebsten und kucke einfach so vor mich hin. Plane von aufstehen bis Kaffee, von Stuhl zu Hängematte, von sitzen zu losgehen. Kennste??
Es ist, als würde ich in meinem Gehirn fegen?. Klar Schiff machen, wie man in meiner alten Heimat Norddeutschland sagt. Und dabei geht es nicht unbedingt darum, unnütze oder blöde Gedanken auszukehren, sondern einfach mal alles. Einfach jegliche Gedanken, die sich an normalen Tagen in meinem Kopf tummeln.
Das war nicht immer so. Wir campen ja normalerweise und da gibt es viele Möglichkeiten, sich ständig mit netten Nachbarn und Mitcampern zu unterhalten. Im ersten Urlaub, in dem ich hauptsächlich schwieg, war ich manchmal unruhig. Ich dachte, nun muss ich besonders performen, interessante abendliche Small Talks beim Wein, Deep Talks mit meinem Mann übers Leben und überhaupt. Reden, um den Urlaub zu füllen.
Allerdings hatte ich im letzten Jahr wirklich keine Worte in meinem Kopf, die ich hätte sagen können. Ich kuckte meistens in der Gegend rum und wenn mich jemand fragte, sagte ich, ich sei glücklich und zufrieden?. 
Dieses Jahr war es wieder so. Herrlich!
Mein Gehirn ist nun schön leer gefegt von allem Möglichen, was Ende Juli noch drin war. 
Danach dauert es dann meistens etwas, bis nach dem boot wieder alles läuft. Aber kaum ist die Software wieder geladen, ist mein Modus deutlich erfrischter als vorher. Schweigen for fresh up.
Ich verstehe total, warum Menschen ins Schweigekloster gehen (davon bin ich dann doch noch einiges entfernt?). 
Wenn wir bewusst schweigen, kappen wir eine Schnellstrasse, mit der wir sonst umherreisen, die verbale Kommunikation.
Schon Astrid Lindgren schrieb: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, um einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“ Was für eine weise Frau. Vor sich hinschauen sollte in die Olympischen Disziplinen aufgenommen werden! Kostenloses Lieblings-Hobby!?

Nun unterscheiden wir allerdings unterschiedliches Schweigen. 
Du kannst sauer schweigen. Vorwurfsvoll.
Du kannst traurig schweigen, weinend.
Du kannst blockiert schweigen, unbeweglich.
Du kannst beschäftigt schweigen, während Du am Handy oder am Computer sitzt.

Oder Du schweigst einfach beschwingt vor Dich hin. 
Souverän, während Du in einer Präsentation den nächsten Gedanken fasst. 
Achtsam, wenn Du streitest. 
Liebevoll, wenn Du tröstest.
Dankbar, wenn Du in der Natur bist.
Betrachtend, wenn Du etwas im Inneren oder Äußeren beobachtest.
✨✨✨
Achte mal drauf, in welchem Modus Du normalerweise schweigst. Kennst Du einen schon länger? Dann probier mal einen Neuen.?

Es gibt so viele Wege des Schweigens. Zu schön. 
Ich frage mich, wozu einige Menschen diesen machtvollen Hebel so selten nutzen…
Beim Schweigen entsteht diese Lücke. Eine Pause, die Du aushalten musst. 
Du musst dann auch Dich aushalten. 
Den Nachhall des zuletzt Gesagten. Den Nebel, wenn noch kein neuer Gedanke da ist. Die Freude, wenn ein Gedanke da ist und Du noch überlegst, wie Du ihn am wirkungsvollsten mit Deinen Sprechorganen transportierst. 

So viele Wege für gestaltetes Schweigen?. 

Für Menschen, die beruflich viel sprechen und teilweise auch laut sprechen müssen, ist gestaltetes Schweigen ein einfaches Mittel für die Regeneration der Organe. Die meisten Vielsprecher haben mit Stimmermüdung zu tun. Sie werden heiser, bekommen überhöhte Stimmlagen oder sogar Schreiknötchen, die dann beim Logopäden therapiert werden müssen.
Dabei muss man sich immer klar machen, dass die Anstrengung in unserem Leben- auch beim Sprechen- meist durch unseren eigenen Widerstand entsteht. Wenn Du Dich einer Herausforderung hingibst, strengst Du Dich deutlich weniger an, als wenn Du es mit Widerstand tust.
„Ich will eigentlich nicht mehr reden, also spreche ich mit mehr Druck, um die Müdigkeit zu unterdrücken.“ 
„Ich will, dass es anders läuft, deswegen schrei ich mal ne Runde rum.“
Hast Du schon mal probiert, als Argument während eines Konfliktes einfach souverän zu schweigen? Nicht bockig oder beleidigt. Sondern wirklich auf den inneren Impuls wartend. 
Du wirst nach etwas Übung im Schweigen merken, wie sich Dein Kehlkopf entspannt, der Kiefer sich lockern kann und Deine Zunge im unteren Mundraum gemächlich vor sich hin chillt. Dann merkst Du, wie die Resonanzräume weit werden und die Augenmuskulatur loslässt…..


??‍♀️??

So einfach, und schon so viel für Dich und Dein Well- Being getan.

Ernest Hemingway hat gesagt: Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig um schweigen zu lernen.

Mit einer gewissen Reife fällt es uns einfacher, es mit uns selber auszuhalten und eine ruhige Innenschau zuzulassen.

Ich wünsche Dir eine gute Zeit, gefüllt mit inspiriertem Sprechen und inspiriertem Schweigen. 
Yin und Yang☯️.

Erfüllte Grüße?
Sonja

HAST DU DIR DAS AUCH GUT ÜBERLEGT?

??

In der Familie Ziellenbach gibt’s grosse Neuigkeiten?. 

Wir haben eine kleine Hündin! Gut 4 Monate, von der Tierhilfe in Rumänien, ein kleines Mädchen, Mutter unbekannt, Mischling. 
Name: Molly. 
Wir hatten sie zuvor noch nie gesehen, sondern einfach vom Foto entschieden?. Zwei Tage vor der Entscheidung hatten wir noch gemeinsam beschlossen, dass wir nur einen erwachsenen Hund nehmen, den wir vorher schon mal gesehen hatten. 
?
Es kam irgendwie anders, wie so manches Mal im Leben.
Wir haben das Tier spätabends von einem Transport an einem Treffpunkt übernommen und es zu uns nach Hause gebracht. Ja, wir hatten auch Futternapf und Wassernapf besorgt. Futter und Spielzeug, eine Decke, und mit einer mega Hundetrainerin gesprochen….
Ansonsten hatten wir vor allem: Keine Ahnung. 
Wir hatten noch nie einen Hund.
Wir stürzen uns rein in ein wirkliches Abenteuer.
Cool, oder? 
Also, ich fand es die Tage bevor Molly kam, so semi cool?. Wir hatten teilweise ordentlich Breitseite bei den Reaktionen auf die Neuigkeit bekommen. Einige hatten sich mit uns gefreut und sich erkundigt. Viele aber hatten direkt Tipps und Ratschläge, besser gesagt- Warnungen parat. Jemand hat uns eine Standpauke gehalten, weil sie annahm, dass wir das Tier nur mal so aus Jux zu uns nehmen, um es dann einfach so, wenn‘s nicht so doll ist, wieder abzugeben. 
Ich wurde immer frustrierter. Dann wurde mir schnell klar, dass die anderen auch nur Zweifel spiegelten, die ich selber noch hatte, sie haben sozusagen offene Türen eingerannt. Darum haben wir uns als Familie hingesetzt und nochmal über unsere Bedenken gesprochen. Bis wir merkten, dass wir vor großen Entscheidungen zwar vieles klären und besprechen können, allerdings nicht das Risiko gänzlich ausschalten. Wir können erst sagen, wie es mit einem Hund ist, wenn wir einen Hund haben. Und wir konnten erst sagen, wie es mit Molly ist, als wir Molly kennengelernt hatten.

Was auffällig an den kritischen Reaktionen war: Es wurden kaum interessierte Fragen gestellt. Es ging meist bis: Foto, woher, wie alt, Rasse, oje.
Und da wurde mir wieder mal bewusst, wie schnell wir urteilen und das, was wir hören, kategorisieren, anstatt es sacken und die erste Reaktion innerlich einfach nur vorbeiziehen zu lassen.

Du kannst das auf viele andere Themen übertragen: Immer dann, wenn wir unser Leben verändern, erhoffen wir uns bestimmte Reaktionen von den anderen, wenn wir von den Neuigkeiten berichten. Manchmal werden unsere Erwartungen direkt bedient, manchmal indirekt. 
Mit indirekt bedient meine ich: Du hast Befürchtungen, die Du nicht aussprichst, das erledigt quasi Dein Gegenüber- denn erst da bemerkst Du überhaupt, dass DU Befürchtungen hattest. Unangenehmer Dienst, aber durchaus erhellend?. Weil sie Deine blinden Flecke sichtbar machen?. 
Und manchmal sprechen die Menschen auch wirklich nur ihre eigenen Ängste aus, und hoffen, dass die Ängste weniger werden, wenn sie sie bei Dir abladen?. 
Wenn Du also eine ungewöhnliche Geschäftsidee umsetzen oder Dein bestehendes Unternehmen neu ausrichten willst, eine Weltreise machen, Dich trennen, in Las Vegas heiraten oder nicht heiraten, 7 Kinder oder keine Kinder bekommen willst: Stell Dich auf Gegenwind ein und setze trotzdem Deine Segel⛵️. Oder gerade weil! 
Ungewöhnliche Dinge tun und gleichzeitig viel Anerkennung bekommen, ist oft nicht die Realität. Und im Grunde ist das ja auch nicht schlimm, solange Du fest im Sattel Deiner Entscheidungen sitzen bleibst. 
Was Du immer (über) prüfen kannst, ist:

1.? Deine Entscheidung. Und ob Dir Dein Gegenüber vielleicht Deine eigenen Bedenken spiegelt. Dann kannst Du ggf. nochmal korrigieren.
2.?Mit welchen Menschen Du Dich viel umgibst. Wenn Du für Deine Ideen von Freunden und Bekannten überwiegend Kritik und merkwürdige Reaktionen bekommst, sind es vielleicht keine engen Freunde?

❤️Molly❤️ist nun schon über drei Wochen bei uns- und außer, dass es aufregend und manchmal herausfordernd ist, freuen wir uns sehr über sie und ihr freundliches Wesen??. Wir haben schon viel miteinander gelernt. Zum Beispiel, wie wichtig eindeutige Kommunikation nicht nur für Menschen sondern auch (gerade!) für Hunde ist. Dass sich die eigene Stimmung auch ohne Worte auf Lebewesen überträgt. Wie erholsam es für alle ist, konsequent zu sein. Dass Familienerweiterung schön ist.

Mein Mann und ich lieben es so sehr, uns mit Menschen zu umgeben, die Ideen haben und diese inspiriert umsetzen! Die herausfinden wollen, was für die Umsetzung funktioniert und was nicht. 
Auch deswegen machen wir unsere Arbeit so unfassbar gerne! 

Welchen Schritt wagst DU als nächstes??? 
Wir hätten dazu ein paar neugierige interessierte Fragen?….

☀️Sommerlich kommunikative Grüße☀️
sendet Dir 

Sonja

ZER·RE·DEN

??zu lange, bis zum Überdruss, bis zum Abstumpfen gegenüber dem Gegenstand über etwas reden
(Quelle: Google)

?

Eigentlich ein wunderschönes Wort, oder? Zer- re- den. Zerreden. Wenn es nur nicht inhaltlich so eine doofe Bedeutung hätte. So lange reden, bis nix mehr übrig ist von dem ursprünglichen Feuer einer Sache. Das es zu Beginn hatte, bevor wir es zerpflückt haben in seine Bestandteile. Gerupft, bis nur noch das nackte Skelett übrig ist. 
Kennst Du von Streitthemen in Deiner Partnerschaft. Diskussionen mit Deinen Kindern. Oder wenn Du in einer Brainstorming Konferenz sitzt und statt Brainstorming findet Brainstucking statt. Weil bei jeder Idee sofort jemand ein „aber“ hat. Oder die Idee nicht ernst genommen wird. Zu ungewöhnlich, zu lame, zu neu, zu alt, zu mainstream, zu exklusiv.?

Du erkennst zerreden, wenn Du merkst, dass ein Gespräch zäh wird. Alle werden irgendwie genervt oder müde??, es gibt hier und da hörbaren Ausatem, es wird viel unterbrochen- oder einer monologisiert?. 
Es ist, als wäre die Kommunikation eine Suppe?, die immer mehr ihre Farbe und cremige Konsistenz verliert. Zero Geschmack, zero Fun.

Fakt ist: Du bist dann sehr weit von Inspiration entfernt. Ehrlich gesagt auch von einer Lösung im Konflikt oder einer Klärung. 

Das gemeine am Zerreden ist: Es kommt leise und unauffällig daher. ?Schleicht sich an, und raubt der Suppe Tropfen für Tropfen, Wort für Wort, den Geschmack.

Das beste Gewürz, welches Du in Deiner Kommunikation in diesen Fällen einsetzen kannst, ist: Prägnanz. Klarheit. Eindeutigkeit.

Zack, kommt wieder Leben in die Hütte?. 

Du kannst Dir in Deinem Kommunikations- Köcher eine Mischung an Wundermitteln zusammenstellen, die Du in solchen Situationen einsetzt. 
Ganz tolle und oft unterschätzte Wundermittel sind Fragen. Entweder inhaltlich oder auf der Meta-Ebene. 
Ganz unter uns verrate ich Dir jetzt eine waschechte 300.000 Euro Frage für zerredete Themen. Ich habe sie von einer Freundin❤️. 
(Sie heisst Isabelle Grosalski, ist ein mega Coach und kennt sich mit tollen Fragen excellent aus!)

Achtung, hier kommt die Frage: 

?Was bedeutet das konkret? 

Als Isabelle mir die Frage sagte, kuckte sie mich neugierig dabei an. Und fragte eben: Und was bedeutet das konkret? Ich musste sofort lachen, weil es so entlarvend und gleichzeitig erfrischend war. Eine echte gute Laune Frage!

Zweite 300 000 Euro Frage für Deinen Köcher (Du merkst schon, mit diesem Blog wirst Du steinreich):

?Worum geht es hier eigentlich?

Eine Frage mit Gute – Laune – Wirkung im Langzeiteffekt. Weil Du erstmal ins Nachdenken kommst, und möglicherweise Themen auftauchen, die Du gar nicht erwartet hattest?, die Dich stören, weil Du da offenbar doch mal ranmusst. Allerdings: Wenn Du Dich an das eigentlich rangemacht und es aufgedeckt hast, gibt es wieder leckere Suppe. Das hat ja nun in jedem Fall Vorteile.

Worum geht es hier eigentlich? Also wirklich und nicht nur im Geheimen? Geht es wirklich um einen Konflikt oder einfach schlechte Laune, die ich Dir in Form von labberiger Suppe in den Schoss schütte?
Geht es hier wirklich um eine neue Geschäftsidee, ein Konzept – oder mehr darum dem Kollegen mitzuteilen, wie doof wir alles an ihm finden? Oder darum, dem Chef so zu zeigen, wie wenig er Dich wertschätzt, wie mies er bezahlt und wie unfähig er seine Position ausfüllt?

Probier die Fragen mal in Deinen Suppenrunden aus und schreib mir in jedem Fall, ob es funktioniert hat! 

??Wenn sich Freunde über etwas ausjammern und es hört nicht auf.
??Wenn sich Kollegen oder der Chef in Details verliert und Du nix mehr kapierst.
??Wenn Dein/e PartnerIn viele Vorwürfe hat und Ihr steckt in einer endlos Schleife.
….
Du weisst, welche Situationen ich meine?.

WAS BEDEUTET DAS KONKRET?
WORUM GEHT ES EIGENTLICH?

Wer übrigens nicht direkt darauf antwortet, darf die Frage ruhig zwei-, oder dreimal hören?.

Viel Spass???! 

Ich höre jetzt nämlich für heute auf zu schreiben. Sonst zerrede ich noch diese wirklich wunderschönen Fragen?.

Kommunikativ fokussierte Grüße 

Sendet Dir 

Sonja

??Fake meets authentisch??

Warum nachmachen wichtig für Deine Authentizität ist.?

Die meisten Menschen, die zu uns kommen, nennen als eines ihrer Hauptziele: 
Ich möchte souveräner rüberkommen und dabei authentisch sein.??‍♀️??‍♂️

Sie halten sich in ihrer Kommunikation zurück und befürchten gleichzeitig, dass sie nicht mehr sie selbst sind, wenn sie sich nach vorne stellen und präsentieren. Als würde ein professioneller Auftritt nur eine Kunstform sein, die an sich nichts mit der Persönlichkeit zu tun hat. Manchen bleiben deswegen ihr Leben lang unterm Radar und auf gewisse Weise unsicht- und unhörbar. Viele arbeiten aber auch daran- zum Beispiel mit Sprechtrainern wie wir es sind. 

Denn ein professioneller Auftritt in der Öffentlichkeit, Deine Präsenz in Online Meetings und Konferenzen ist nur eine weitere Facette Deiner Persönlichkeit, die Du ausbilden kannst. Mein Mann sagte dazu: Authentizität ist ja kein zentraler einzelner Punkt in Dir, nach dem Du suchen kannst und siehe da, dort lauert die authentische Sprecherpersönlichkeit. Du nährst Deinen authentischen Sprechausdruck mit der Erweiterung Deiner Bandbreite.

Ich kann die Furcht vor Künstlichkeit verstehen – denn erstens ist etwas, was man vorher noch nie gemacht hat, in der Tat oft erstmal „unecht“, weil man es mit ungewohnt verwechselt. Man muss es sich erst im wahrsten Sinne des Wortes zu eigen machen. Und zweitens kann man in der Künstlichkeit oder Unsicherheit auch sozusagen „steckenbleiben“. Dann bleibt Dein Auftritt hölzern oder manieriert und wird nicht wirklich „Deiner“. 

Aber wie nun da hinkommen ohne zu mogeln, kaschieren oder blenden? Wie gelingt ein souveräner, professioneller und zugleich authentischer Auftritt? 
Nehmen wir einen kurzen Umweg darüber, was NICHT gemeint ist. In den sozialen Netzwerken gibt es ja viele Posts gedanklicher Moraste, wo der ein oder andere Verfasser mit stolz geschwellter Brust meint: Das bin halt ich. Ich würde mich nie verstellen, sondern sage, was ich denke. 
Das hat allerdings weniger mit Authentizität als mit seelischer Ausschüttung allen Mülls zu tun, den man so in sich findet. Deswegen frage Dich immer, bevor Du Dich zeigst, was Deine Absicht damit ist. Auskotzen braucht die Welt nicht. Für etwas oder jemanden einstehen – auf jeden Fall. Wähle weise.

Wir folgen ein Leben lang Vorbildern. Die können wir bewusst oder unbewusst gewählt haben. Schon als Kinder kucken wir uns bei anderen ab, wie die etwas machen, um selbst weiterzukommen.
Später ist das aus irgendwelchen Gründen verpönt. 
???Oh, wir tragen heute auf der Party das gleiche Kleid, wunderbar, Dir steht es auch so toll. Nicht?. (Erdloch tut sich auf,beide schönen Frauen???? verschwinden darin?)

Als ich jugendlich war, wollte ich unbedingt die gleichen Pullover tragen wie alle. Dazugehören ging angeblich nur mit den richtigen Klamotten. ?????‍♂️???‍♀️??
Heutige Jugendliche sehen- genau wie damals- zwar oft alle ziemlich gleich aus, trotzdem haben sie den Begriff „fake sein“ geprägt. Dabei meinen sie- so das Recherche Ergebnis bei meinem Sohn- Charakter Eigenschaften wie verlogen, intrigant. Wenn man nur vorgibt, jemand oder etwas zu sein.

Auf dem Weg zum erwachsenen Menschen achten wir also schon darauf, was zu unserer Persönlichkeit, zum Ausdruck, Stil und Geschmack passt. Mal greifen wir daneben und mal finden wir eine Facette, die wir zu unserem Strauss an persönlichen Eigenheiten dazu tun.
Und irgendwie hört das nie auf.
Ich habe mir schon immer gerne was von faszinierenden und tollen Frauen abgekuckt. Ich liebe es, mich von interessanten Persönlichkeiten inspirieren zu lassen! 
Bis heute würde ich keinen roten Lippenstift tragen, wenn ich es nicht bei anderen gesehen und es mir gefallen hätte. Kann ich ja auch mal ausprobieren.?
Bürogemeinschaften und Teams haben Insider Witze, es gibt einen ausgesprochenen oder unausgesprochenen Kodex dafür, welche Umgangsform reibungslos funktioniert und was nicht. 
Je nachdem in welcher Peergroup Du Dich bewegst, passt oder gleichst Du Dich auch an. Und bist trotzdem Du selbst. Wer könntest Du auch sonst sein? Also mal ernsthaft? ??‍♀️Was für einen Stress wir uns machen! 
Relax. Du bist sowieso Du. Und Stimm- oder Präsentationsübungen sind erst mal komisch, bis Du darin zu Hause bist. Als ich das erste Mal Mutter geworden war, sah ich mich die ersten Wochen wie aus einer Vogelperspektive einen Kinderwagen schieben und dachte, das kann unmöglich ich sein. So unwirklich. Und so wird es Dir auch die ersten Male gehen, wenn Du Dich im neuen Umfeld präsentierst. 

Sei Du selbst! Stand vor ein paar Wochen als Titel auf einer sehr bunten Zeitschrift. 
Aber wie kann ich ich selbst sein, wenn ich nicht weiss, wer ich bin? Oft ahnen wir gar nicht, was wir alles sein können, wenn wir uns nur trauen würden.

Nur Du kannst herausfinden, wer Du wirklich bist. Also fang an herauszufinden, wie Du authentisch bist, wenn Du sprichst. Und dann bau das aus.

Wichtig ist nur: 
✌?Fang an
✌?Relax
✌?Bleib neugierig

Und schmink Dir das ab, dass alles sofort mega cool und endkrass einmalig ist und nie dagewesen. ?DU? bist noch nie dagewesen, das reicht. Alles was Du sagst und präsentierst, erhält Deine Note, wenn Du das möchtest. Versprochen!

Deine Stimme hast nur Du. Deine Ausstrahlung auch.

Kommunikativ authentische Grüße 

Sendet Dir 
Sonja

Vom Frieden (Part I)

Sind wir dann jetzt wieder lieb??

Das fragen wir als Kinder, PartnerInnen oder FreundInnen, wenn wir uns nach einem Streit vertragen möchten. Wenn Du wieder lieb miteinander bist, alles gut, wenn nicht- alles nicht so gut.

Wir haben jede Menge Gründe, uns zu streiten: Corona Krise, Klimawandel, Aufgabenverteilung im Büro, und nicht zuletzt die ausgedrückte Zahnpasta Tube oder die Sortierung der Spülmaschine. Oft wollen wir lieber streiten um zu streiten, anstatt streiten, um uns zu vertragen.?

Unseren Kindern bringen wir bei: Wenn Du Mia im Sandkasten gehauen hast, sag Entschuldigung. Du hast bei der Oma eine Vase umgeschmissen? Sag schön, es tut mir leid. Dann ist alles wieder gut.?

Aber was, wenn Entschuldigung nur ein Wort ist.

Dann kreierst Du Unfrieden, weil Du wie ein Eichhörnchen wieder Beweise sammelst, dass etwas nicht stimmt.
Womit ein Friedensprozess in der Kommunikation anfängt, ist Deine Empathie. Du sagst: Es tut mir leid. Damit wirst Du fast immer eine Annäherung im Konflikt erreichen. 
Kostenloser Blogger Tipp: Wenn Du Bewegung in eine Sache bekommen willst, die mit schlechten Gefühlen stockt, sag, dass es Dir leid tut. Du kannst IMMER etwas finden, was Dir leid tut. Und wenn es die doofe Stimmung ist. Die kann Dir auf jeden Fall leid tun. Sei da bloss nicht so knauserig mit dem Anerkennen, dass Dir etwas leid tut. Empathie ist ein hohes Gut. Leider sitzen viele Menschen auf Ihrer Empathie und verschenken nix davon. Es kostet Dich so wenig, mitfühlend zu sein. Im Gegenteil: Wenn Du sagst, „es tut mir leid“, erzeugst Du eine Öffnung in einer Enge. Plötzlich gibt es wieder etwas Gemeinsames. Öffnung schaffen für Frieden, heisst der gemeinsame Strang, an dem Ihr zieht??.

Dann ist der andere am Zug. 
Man kann dann sagen: ?Nicht so schlimm. ?Ist ok. ?Danke, dass Du das sagst. ?Ich will zehn rote Rosen, dann ist wirklich wieder alles gut. 

Ganz schön unverschämt, da sagt man schon, es tut mir leid, jetzt will sie auch noch Geschenke! 

Zweiter kostenloser Blogger Tipp: Kauf die Rosen☝?. Das ist deutlich günstiger als ein heimlicher Rachefeldzug, weil das „ist ok“ eben nur Worte waren und nicht die Realität. 

Ich für meinen Teil möchte immer so mit Menschen kommunizieren, dass alles gesagt und getan ist, was gesagt und getan werden muss, um Frieden in der Sache zu haben. Das kann schon mal die ein oder andere Nacht dauern, lohnt sich aber sehr. 
Woran ich merke, dass wirklich Frieden ist? 

Wenn Du trotz der Entschuldigung immer noch ungute Gefühle und Gedanken produzierst, war noch nicht alles geklärt. Oder Deine innere Stimme Dir erzählt, was am anderen falsch ist. Dann hörst Du der Stimme zu und gehst innerlich einen Schritt zurück und sagst Dir: Das kann ja an sich gar nicht sein, dass der andere plötzlich so falsch ist. Wo war bei uns nochmal die Ausfahrt, die wir verpasst haben? Auf welcher Strasse sind wir jetzt und wo führt die hin? Um diese Detektiv Arbeit kommst Du nicht drum herum. Weil es sein kann, dass Du mittlerweile schon vierzig mal falsch abgebogen bist und gar nicht mehr weisst, was das eigentliche Ziel mit dem anderen war.

In Deiner Kommunikation heisst es dann Ärmel hochkrempeln und das Gespräch wieder aufnehmen. Wach zu bleiben und die Gedanken und Gefühle nicht unter den Teppich zu kehren. Weil: Da drunter ist es dunkel und staubig und der Müll wird immer mehr statt weniger. 
Wenn Du gesagt bekommst, „ist doch noch nicht gut“, liegt es in Deiner Verantwortung herauszufinden, was der andere noch von Dir braucht, damit es gut ist. Und Du kannst entscheiden, ob Du Deinem Gegenüber das geben möchtest. Denn Frieden ist keine Verpflichtung, sondern eine Wahl, die Du triffst. 
Und ja, manchmal ist alles gesagt. Rosen wurden gekauft. Und trotzdem ist es, als hätte das Verhältnis einen Riss bekommen bis hin zu kleinen Rache- Spitzen, die der andere auf Dich abfeuert. Was dann? 

Nix. 

Kostenlose schlechte Blogger Nachricht: Machste nix. Denn dass der andere die Rosen annimmt und die Worte zur Klärung hört, Deine Wünsche fürs nächste Mal, liegt wiederum in seiner Verantwortung. Jemandem zu verzeihen oder einer Sache zuzustimmen, in der Du vielleicht keine Lösung gefunden hast, ist einfach eine innere Wahl, die Du triffst. Von daher brauchst Du an sich nie Rosen oder Worte, Du kreierst Vergebung immer selbst.

Frieden in der Kommunikation ist eine Entscheidung auf beiden Seiten. Und Du triffst nur die Wahl für Deine Seite. 

Ich habe vor einigen Jahren eine langjährige Freundschaft beendet, was sehr schmerzhaft war. Sicher für beide Seiten. Wir hatten vorher lange aneinander rumgezerrt und wollten nicht glauben, dass die gemeinsame Zeit vorbei war. 
Irgendwann mussten wir erkennen, dass es keine Worte mehr gibt, die die Tatsache an sich verändert und so trennten sich unsere Wege.

Ich habe mich da dem Frieden stückweise angenähert. Heute besteht er für mich darin, dem zuzustimmen, dass es so gekommen ist. Du kannst also sogar im Frieden sein, wenn Du Dich im Unfrieden von einem Menschen getrennt hast. 

Sprich früh an, wenn doch noch nicht alles gut ist. Damit vermeidest Du einen lang andauernden Konflikt oder sogar eine Trennung. Das gilt übrigens sowohl im Privaten ❣️wie auch im Beruflichen?.
Du merkst schon, ich komme zu der Sache mit den Rosen zurück?. Was brauchst Du oder was braucht Dein Gegenüber, damit es ausgeglichen ist? Was wurde noch nicht gefragt, gesagt oder getan? Möchtest Du tatsächlich einen Ausgleich, um die Schieflage wieder in die Waagerechte zu bringen? 
Sprich solange mit Deinem Gegenüber bis alles gut ist. Wirklich gut. Werde nicht müde unter Deinem Teppich zu kehren und die richtige Ausfahrt für das gemeinsame Ziel zu finden. Ich weiss, es ist oft mühsam mit den FreundInnen, PartnerInnen, Chefs, KollegInnen und Nachbarn dieser Welt. 
Aber wenn Frieden nicht nur ein Wort sein soll und Du Frieden mit Deiner Kommunikation erschaffen willst, kommst Du um Worte nicht herum. 

Mit wem sprichst Du als nächstes alles an, was vom letzten Konflikt noch übrig geblieben war?

Friedvolle Grüße?

Sendet Dir 
Sonja

Hello to my younger me!??

Mannomann, was hatten wir beide damals alles vor. ?
Wieviel davon haben wir durchgezogen, wieviel ist im Sande verlaufen??

Wenn ich an mich in einer frühen Version denke, habe ich oft das Bild von einer Batterie und Kabeln. Erinnert sich jemand an diese Schaltkreise, die man in der Grundschule mit kleinen Kabeln gebastelt hat? Pluspol, Minuspol, wann fliesst der Strom…..

Bei manchen Ideen und Plänen, die wir in unserer Jugend haben, hängen nach dem Erwachsen werden gefühlt nur lose Kabel in der Luft. Stromkreis unterbrochen, disconnectet. Die Stelle, die wir noch nicht haben, den Mann/ die Frau, die Familie, das Gewicht, den Status…. Oft zeigt sich das an einem diffusen Unzufriedenheitsgefühl. Es läuft nicht so gut. Ich bin nicht angekommen. Das kann‘s doch noch nicht gewesen sein.
Nee, wars auch nicht, Du atmest ja noch. 

Ich zum Beispiel habe früh eine Familie gegründet und geheiratet. Ich habe mir den besten Mann geschnappt, drei Kinder bekommen, ein Haus gebaut. In diesen Jahren hatte ich eine Stelle beim Radio- wunderbare und inspirierende Arbeit, tolle Kollegen.
Gleichzeitig dachte ich die ganze Zeit, ich verpasse im Moment die Wahnsinnskarriere. Und habe gar nicht bemerkt, dass ich Karriere als erfolgreiche Mutter für meine Kinder machte.?

Der Stromkreis „Familie“ war also die ganze Zeit connectet. Der Stromkreis „Arbeit“ auch, wenn auch mit weniger Volt. Der Stromkreis „Selbstverwirklichung“ fühlte sich am längsten disconnectet an. In meiner Kommunikation führte das zu vielen Sätzen aus dem Minus- Pol Bereich. Das kann ich nicht. Das schaffe ich nicht. Ist nicht so wichtig. Dafür bin ich nicht gut genug. Keine Zeit. Kinder zu klein.
Gna gna gna.
Ich konnte mir das stundenlang selbst erzählen. Wem ich das nach einigen Jahren nicht mehr so gut erzählen konnte, war meinem Mann. Er- ein erfolgreicher Mann, Denker und Ideen- Umsetzer- sagte mir so grausame Sätze wie: Wann fängst Du endlich an. Wie lange willst Du Dir das noch erzählen. Oder ganz unverschämt: Das ist Blödsinn.

Lange war ich wie Pippi Langstrumpf auf Dope und ging immer bis an die Zähne bewaffnet in die Rechtfertigungsarena. Nicht, dass ich am Ende noch auf meinen Mann höre.
Bis ich endlich irgendwann aufgab und aus den Puschen kam. Ein Ergebnis davon ist unser gemeinsames Unternehmen, viele tolle Kommunikations- und Stimmtrainings und letztendlich auch dieser Blog. 

Wie viele Menschen in Deinem Leben haben schon mehr in Dir gesehen als Du? Wer hat es Dir gesagt? Wer hat so nebenbei fallen lassen, „Ach, das könntest Du mit Sicherheit“ , „Kann ich mir gut bei Dir vorstellen“. 
Hast Du auf sie gehört? Ab wann tust Du es? Erinnerst Du Dich daran, wer alles schon für Dich war??

Zurück zu den Stromkreisen. Ganz ehrlich. Ich war nie disconnectet. Ich kann anhand meiner Wege genau erkennen, dass ich irgendwie einen inneren Plan hatte. Den hab ich verfolgt. Herausgekommen ist die Sonja, die ich heute bin und herauskommen wird dann wieder die Sonja morgen oder in einem Jahr. 
Wie unendlich beruhigend es ist, dass ich einen Plan hatte. Weil- mal so unter uns- ich habe ja schon oft Sorge, dass ich mich auf meiner 8-spurigen Gedankenautobahn verfahre oder auf der Raststätte einschlafe… 
Und selbst wenn in den Jahren nicht alles toll war- und das war es nicht- so erkenne ich heute, dass ich für mich das Beste wollte. Darauf kann ich vertrauen.
Und wenn ich mit losen Kabeln rumrenne, frag ich meinen Mann, was er meint, wie wir wieder Power auf den Tacho kriegen. Oder Mentoren, Freunde, Gefährten und Unterstützer, die ich habe. 

Wenn Du Ziele hast, oder neue finden willst, häng Dir diese Sätze übers Bett: 

?Vertrau Dir und Deinem Weg. Du bist für Dich.
?Vertrau Menschen und höre dem zu, was sie sagen. In jedem Kontakt steckt eine Erkenntnismöglichkeit.
?Geh los und sprich drüber.

Ich habe sehr viel von dem umgesetzt, was ich schon als Kind wollte. Für manches habe ich länger gebraucht, manches habe ich nicht gemacht und werde es auch nicht machen. Weil sich meine Pläne verändert haben. Nicht die Möglichkeiten.

Hello to my lovely younger me! 
Danke für den Leuchtturm, den Du offenbar für mich gesetzt hast.??✨

Kommunikative Grüße ???????‍????
sendet Dir
Sonja

Da da da. Ich lieb mich nicht, Du liebst mich nicht. Warum gefühliges Reden undemokratisch ist.

Neulich Sonntag morgens. Ich sage zu meinem Mann: Ich geh mal eben duschen, dann hole ich Brötchen. Stehe leichten Fusses auf und gehe hoch. ??

Als ich 20 Minuten später wieder runterkomme, hab ich schlechte Laune. Mein Mann wird von mir unmittelbar darüber in Kenntnis gesetzt. Er saß bis dahin friedlich auf dem Sofa- halt so wie ich ihn vor dem Duschen zurückgelassen hatte. Sein Gesichtsausdruck spricht Bände.
Was war passiert?

Oben angekommen dachte ich beim Blick in den Spiegel, dass mein Corona Sportprogramm bisher keine sichtbare Wirkung zeigt. Dann merkte ich, dass ich absolut nichts zum Anziehen habe. Dann fühlte ich intensiv, dass ich gar keine Lust auf diesen Sonntag, das Wetter, die Unordnung, die sozialen Netzwerke……. Ich stoppe hier mal. Nur so viel: Das ging spiralenförmig sehr dynamisch weiter direkt in die Stimmungshölle?. No way back.❌

No way? 
In diesen Fällen greifen wir uns gerne den nächstbesten Menschen. Irgendwer muss uns da rausholen! ?Wozu sind sonst andere Menschen da? 
In der Kommunikation erkennst Du das an Worten wie: 
Sowieso. Wenigstens. Längst. Endlich. Immer. Nie. 
Stimmlage: Weinerlich. Monoton. Oder laut.

❌Wenn Du gerade noch in der Kantine ein Schwätzchen hattest und dann an den vollen Schreibtisch gehst. Wieso muss ich die Arbeit von dreien machen? Wann werde ich endlich besser bezahlt oder wenigstens dafür anerkannt? Wieso bin ich nicht längst Führungskraft, die anderen den Schreibtisch vollpackt?
❌Wenn Du gerade noch Deinen Mitarbeitern vollmundig neue Büromöbel angekündigt hast und dann die Bilanz des letzten Quartals siehst. 
Wieso machen meine Mitarbeiter nie was ich sage? Wann lerne ich endlich richtig zu wirtschaften? Wieso stimmt meine Prognose nie?

Solltest Du diese innere Stimme kennen, kann ich Dir sagen: Vergiss das mit der wertschätzenden Kommunikation, wenn Du in so einer Stimmung bist.
Wenn Du Dich selbst nicht anerkennst für das, was Du bist und leistest, wirst Du den Anspruch an Dein Gegenüber haben, dass er/sie Dir einen Beweis liefert. Entweder dafür, dass es stimmt oder dass es nicht stimmt.

Wenn Dir ein anderer eine bestimmte Antwort geben muss, sei es bewusst oder unbewusst, wird es undemokratisch. Denn die Wahlmöglichkeiten Deines Gegenübers wurden ja eingeschränkt. Unweigerlich gerät die Kommunikation in Schieflage. Denn selbst wenn Du ein „nettes“ Gegenüber hast, welches auf das Spiel zu Deinen Bedingungen eingeht, werden beide Seiten irgendwann irgendwie versuchen, diese Schieflage auszugleichen. 
Wir machen dann pausenlos unbezahlte Rechnungen auf. Kommunikationsrechnungen. Beziehungsrechnungen. 

Und wer zahlt das Ganze? Richtig: Du selbst. Weil Du unmöglich bei so vielen Rechnungen weisst, wie die alle zustande gekommen sind, zahlst Du den Preis mit anstrengenden Beziehungen. Zäher und unerfreulicher Kommunikation. 

Wir kommen da nur raus, wenn wir uns uneingeschränkt anerkennen. ❣️UNEINGESCHRÄNKT. ❣️Lustige Idee oder? Wie soll ich mich anerkennen, wenn ich nachweislich Mist gebaut habe. Wenn ich tatsächlich unsportlich aussehe oder mit meiner Geschäftsprognose krass daneben lag?

Es könnte auch einfach so sein: Du erkennst Dich als ein wertiger Mensch an, der in dieser Situation ist. Du erkennst, dass niemand sonst WIRKLICH etwas damit zu tun hat, ausser Dir selbst. Amen. Namaste. Schalom.☮️

Niemand kann etwas dafür, dass Du Ängste, Wut oder Ärger hast. Für den Umgang mit dem Aussen bist allein Du verantwortlich. Klingt wie eine schlechte Nachricht? Abgedroschen und schon tausendmal gehört? 
Es ist trotzdem der einzige Schlüssel, wie Du klare Kommunikation erschaffen kannst. Stell Dir vor, Du hättest zwei Stücke Holz verleimt und würdest die beiden Stücke wieder voneinander lösen. Die Gefühle sind der Leim. Wenn Du willst, dass Dir niemand mehr auf den Leim geht, trenne die Holzstücke voneinander. Dann kannst Du mit Deinem Stück Holz schauen, wie Du besser wirtschaftest, effektiver abnimmst oder Dein Arbeitspensum anders strukturierst. Und der andere hat mit seinem Stück Holz plötzlich wieder Wahlmöglichkeiten: Indem Du ihm zum Beispiel um seine Meinung fragst und sie auch hören willst.

Viele Menschen denken zur Zeit, ihre Meinungsfreiheit sei eingeschränkt. Ich schlage vor, dass jeder bei sich anfängt und aufhört, die Meinungsfreiheit bei seinem Gegenüber einzuschränken.
Das grösste Risiko, welches Du auf diesem Weg eingehst, ist, dass Du inspirierende und friedliche Kommunikation mit Deinen Mitmenschen erschaffst. Wo Gefühle zwar stattfinden, aber nicht den Verlauf dominieren.

Kommunikative Grüße ???????‍????
sendet Dir 

Sonja

Sag ich was – oder sag ich nichts?

Kennste auch, den Gedanken??
Im Meeting, in der Konferenz, bei der besten Freundin, beim Partner oder beim Vorgesetzten. Uns mangelt es ja nicht an Gedanken im Kopf oder der lauten Stimme, die uns sagt, dass wir nun auf jeden Fall mal was sagen sollten.
Am Mut und Fokus, es dann auch mit einem Rumms zu sagen, schon eher.

Ich habe es als Kind meist vermieden, mit fremden Menschen zu reden. Meine Eltern wollten oft, dass ich irgendwo irgendwas frage oder sage. Z.b. Im Supermarkt fragen, wo etwas ist oder was es kostet. Bei den Nachbarkindern fragen, ob ich mitmachen kann. Bei meinen Spielkameraden sagen, was ich will und was ich nicht will.
Was ich gut konnte: Nicht machen, was ich nicht wollte.
Was ich nicht gut konnte: Es laut und deutlich sagen, wenn ich es nicht wollte.

Woher kommt unsere Angst davor, einen Wunsch, eine Idee oder ein Nein auszusprechen?
Gemessen an unserem Jammern darüber, was wir alles nicht bekommen, was wir eigentlich gerne hätten, müsste der Preis ja irgendwann hoch genug sein.

Was bei uns Frauen oft im Wege ist, sind die Gefühle. Man sitzt da, schon kommt ein toller Gedanke. Leider wird er direkt von einem starken Gefühl eingeholt ?


?Aufregung, dass der Gedanke da ist
? Freude darüber, wie einzigartig er ist
?Angst, dass er vielleicht doch nur semi ist
…. und da wir nicht ausschliessen können, vor Aufregung tot umzufallen, schweigen wir lieber, denken noch mal ne Runde nach und das Gefühl vertschüsst sich auch wieder????.

Leider auch der Spass am Arbeiten. Oder die Freude darüber, dass unsere Ideen Zustimmung finden. Dass sie umgesetzt werden und was Tolles draus wird oder dass Quatsch nicht umgesetzt wird, weil wir unsere Bedenken geäussert haben. Oder dass unsere Idee abgelehnt wird und wir uns dann was Neues ausdenken können.

Was viele in unseren Sprechtrainings erst nicht glauben wollen ist, wenn ich ihnen sage, dass sie grösser von sich und ihren Ideen denken müssen. Mit müssen meine ich in diesem Fall konditional müssen, denn wenn man weiter kommen will, muss man etwas ändern. Sonst wird das nix.

Nicht umsonst heisst es: Gesagt, getan.

So können wir natürlich technische Tools anbieten, mit denen es uns leichter fällt, Gedanken prägnant und deutlich zu formulieren. Die Dir ermöglichen, Deinen Stimmsitz zu finden und mit einer variablen Stimmmelodie zu sprechen. Die Deine Präsenz erweitern. Dann fühlen wir uns schon mal sicher, was unseren Werkzeugkasten für Kommunikation angeht.

Aber was Du immer auch erkennen musst, ist, wie lohnenswert es ist, Deinen Standpunkt oder Deine Ideen zu sagen. Dass sie grösser sind als Deine Angst und wie sehr sie es verdient haben, gehört zu werden?.

Du meinst, so toll ist es dann doch nicht, was Du zu sagen hast?
Woher weisst Du das, wenn Du es nicht probierst?

In diesen Tagen kommunizieren wir viel über Bildschirme. Es gibt wenig Möglichkeiten, jemanden persönlich erst zu sehen, den Raum abzuschätzen, die Stimmung und alles Sinnliche, was wir sonst checken, wenn wir in einem Raum mit anderen Menschen sind.
Umso mehr braucht es unsere Kreativität und unseren Mut, auch über die räumliche Distanz unsere Meinungen zu vertreten, und uns zu zeigen.

Vielleicht hörst Du beim nächsten Mal in Dich hinein, wenn Du merkst, dass Du vielleicht eigentlich schon etwas sagen willst. Und dann drehst Du die Frage um, und überlegst, wo der befürchtete Schaden grösser sein könnte:

Sag ich nichts oder sag ich (endlich) was?

Kommunikative Grüße???????‍???

Sonja