Neulich Sonntag morgens. Ich sage zu meinem Mann: Ich geh mal eben duschen, dann hole ich Brötchen. Stehe leichten Fusses auf und gehe hoch. đŸ’ƒđŸŒ

Als ich 20 Minuten spĂ€ter wieder runterkomme, hab ich schlechte Laune. Mein Mann wird von mir unmittelbar darĂŒber in Kenntnis gesetzt. Er saß bis dahin friedlich auf dem Sofa- halt so wie ich ihn vor dem Duschen zurĂŒckgelassen hatte. Sein Gesichtsausdruck spricht BĂ€nde.
Was war passiert?

Oben angekommen dachte ich beim Blick in den Spiegel, dass mein Corona Sportprogramm bisher keine sichtbare Wirkung zeigt. Dann merkte ich, dass ich absolut nichts zum Anziehen habe. Dann fĂŒhlte ich intensiv, dass ich gar keine Lust auf diesen Sonntag, das Wetter, die Unordnung, die sozialen Netzwerke

. Ich stoppe hier mal. Nur so viel: Das ging spiralenförmig sehr dynamisch weiter direkt in die StimmungshölleđŸ”„. No way back.❌

No way? 
In diesen FĂ€llen greifen wir uns gerne den nĂ€chstbesten Menschen. Irgendwer muss uns da rausholen! đŸ†˜Wozu sind sonst andere Menschen da? 
In der Kommunikation erkennst Du das an Worten wie: 
Sowieso. Wenigstens. LĂ€ngst. Endlich. Immer. Nie. 
Stimmlage: Weinerlich. Monoton. Oder laut.

❌Wenn Du gerade noch in der Kantine ein SchwĂ€tzchen hattest und dann an den vollen Schreibtisch gehst. Wieso muss ich die Arbeit von dreien machen? Wann werde ich endlich besser bezahlt oder wenigstens dafĂŒr anerkannt? Wieso bin ich nicht lĂ€ngst FĂŒhrungskraft, die anderen den Schreibtisch vollpackt?
❌Wenn Du gerade noch Deinen Mitarbeitern vollmundig neue BĂŒromöbel angekĂŒndigt hast und dann die Bilanz des letzten Quartals siehst. 
Wieso machen meine Mitarbeiter nie was ich sage? Wann lerne ich endlich richtig zu wirtschaften? Wieso stimmt meine Prognose nie?

Solltest Du diese innere Stimme kennen, kann ich Dir sagen: Vergiss das mit der wertschÀtzenden Kommunikation, wenn Du in so einer Stimmung bist.
Wenn Du Dich selbst nicht anerkennst fĂŒr das, was Du bist und leistest, wirst Du den Anspruch an Dein GegenĂŒber haben, dass er/sie Dir einen Beweis liefert. Entweder dafĂŒr, dass es stimmt oder dass es nicht stimmt.

Wenn Dir ein anderer eine bestimmte Antwort geben muss, sei es bewusst oder unbewusst, wird es undemokratisch. Denn die Wahlmöglichkeiten Deines GegenĂŒbers wurden ja eingeschrĂ€nkt. Unweigerlich gerĂ€t die Kommunikation in Schieflage. Denn selbst wenn Du ein „nettes“ GegenĂŒber hast, welches auf das Spiel zu Deinen Bedingungen eingeht, werden beide Seiten irgendwann irgendwie versuchen, diese Schieflage auszugleichen. 
Wir machen dann pausenlos unbezahlte Rechnungen auf. Kommunikationsrechnungen. Beziehungsrechnungen. 

Und wer zahlt das Ganze? Richtig: Du selbst. Weil Du unmöglich bei so vielen Rechnungen weisst, wie die alle zustande gekommen sind, zahlst Du den Preis mit anstrengenden Beziehungen. ZĂ€her und unerfreulicher Kommunikation. 

Wir kommen da nur raus, wenn wir uns uneingeschrĂ€nkt anerkennen. âŁïžUNEINGESCHRÄNKT. âŁïžLustige Idee oder? Wie soll ich mich anerkennen, wenn ich nachweislich Mist gebaut habe. Wenn ich tatsĂ€chlich unsportlich aussehe oder mit meiner GeschĂ€ftsprognose krass daneben lag?

Es könnte auch einfach so sein: Du erkennst Dich als ein wertiger Mensch an, der in dieser Situation ist. Du erkennst, dass niemand sonst WIRKLICH etwas damit zu tun hat, ausser Dir selbst. Amen. Namaste. Schalom.â˜źïž

Niemand kann etwas dafĂŒr, dass Du Ängste, Wut oder Ärger hast. FĂŒr den Umgang mit dem Aussen bist allein Du verantwortlich. Klingt wie eine schlechte Nachricht? Abgedroschen und schon tausendmal gehört? 
Es ist trotzdem der einzige SchlĂŒssel, wie Du klare Kommunikation erschaffen kannst. Stell Dir vor, Du hĂ€ttest zwei StĂŒcke Holz verleimt und wĂŒrdest die beiden StĂŒcke wieder voneinander lösen. Die GefĂŒhle sind der Leim. Wenn Du willst, dass Dir niemand mehr auf den Leim geht, trenne die HolzstĂŒcke voneinander. Dann kannst Du mit Deinem StĂŒck Holz schauen, wie Du besser wirtschaftest, effektiver abnimmst oder Dein Arbeitspensum anders strukturierst. Und der andere hat mit seinem StĂŒck Holz plötzlich wieder Wahlmöglichkeiten: Indem Du ihm zum Beispiel um seine Meinung fragst und sie auch hören willst.

Viele Menschen denken zur Zeit, ihre Meinungsfreiheit sei eingeschrĂ€nkt. Ich schlage vor, dass jeder bei sich anfĂ€ngt und aufhört, die Meinungsfreiheit bei seinem GegenĂŒber einzuschrĂ€nken.
Das grösste Risiko, welches Du auf diesem Weg eingehst, ist, dass Du inspirierende und friedliche Kommunikation mit Deinen Mitmenschen erschaffst. Wo GefĂŒhle zwar stattfinden, aber nicht den Verlauf dominieren.

Kommunikative GrĂŒĂŸe đŸ—ŁđŸ‘©đŸ»đŸ‘šđŸŒđŸ‘©đŸ»â€đŸŠ°đŸ•șđŸ’ƒđŸŒ
sendet Dir 

Sonja